Über Vermehrung im Ausland und „Nur einmal Welpen haben“

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Billigwelpen aus dem Ausland – Achtung!

Besonders in Deutschlands Nachbarländern herrschen meist schlimme Zustände. Touristen, die sich auf Wochenmärkten zB. in Polen oder Tschechien aufhalten, haben schnell Mitleid mit diesen süßen Welpen, die dort für 50-300€ zum Verkauf stehen – und das als Rassehund! Ein gutes Geschäft (denkt man).. Doch wo kommen diese Welpen eigentlich her?

Diese Jungtiere stammen in den meisten Fällen aus Hinterhöfen und umgebauten Zwingern, teils in großem Stil (in Amerika auch „Puppy Mills“, frei übersetzt „Welpenfabriken“ genannt). Die Elterntiere müssen dort in engen Verschlägen leben und werden gedeckt, bis sie es nicht mehr überleben oder ausgesetzt/getötet werden. Diese Tiere dienen nur dem Zweck der Geldmacherei und müssen zu oft in ihren eigenen Exkrementen dahin vegetieren, während sie von dem Abfall den sie zu fressen bekommen versuchen zu überleben. Einen Tierarzt oder Liebe kennen sie nicht.

Die Welpen, die so „produziert“ werden, versuchen die Händler dann über die Grenze zu bringen und in Deutschland zu verkaufen. Meist spielen hier auch dubiose Internetangebote eine große Rolle. Viele dieser kleinen Fellknäule sind nicht einmal 6 Wochen alt und werden später durch den Transport und die schlechte Haltung verhaltensgestört sein. Keins der Elterntiere wurde jemals auf Krankheiten getestet oder hat vernünftiges Futter bekommen, um die Gesundheit der Welpen zu gewährleisten. Schlimme Krankheiten, die zum frühen Tod des Welpen führen sind hier keine Seltenheit. Viele Hundebesitzer trifft so der Schock: der neue Fellfreund ist krank und man muss mehrere Tausend Euro beim Tierarzt lassen. Trotzdem bleibt ungewiss ob der süße Billigwelpe überleben wird.
ACHTUNG: Man sollte sich bei solch dubiosen Angeboten nicht darauf versteifen, einen Welpen „retten“ zu wollen. Jeder verkaufte Hund stellt einen Erfolg für den Händler dar und sorgt dafür, dass neue Würfe fallen, solange sich das Geschäft für ihn lohnt. Wenn ihr solchen armen Tieren helfen wollt, wendet euch an den Tierschutz. Oft landen Welpen aus Transporten durch eine Beschlagnahmung in Tierheimen, wo sie dann vermitteilt werden! manchmal stehen so auch gerettete Elterntiere in der Vermittlung.

Vermehrung in Deutschland2013-09-11 18.16.52 - Kopie

Zwar werden hier die meisten Hunde artgerecht gehalten und weniger offensichtlich ausgenutzt. Jedoch gibt es hier ebenfalls viele Menschen die „nur mal einen Wurf“ haben möchten und deren Vierbeiner diese Entscheidung bitter bereuen muss. Ich möchte hier einmal auf einen gut geschriebenen Text hinweisen, der jedem die Augen öffnen sollte.

Nur 1x Welpen haben?
Guten Tag,Sie habe eine Hündin … eine so tolle Hündin, dass Sie gerne NUR 1 x Welpen von ihr hätten?Ihre Hündin hat aber keine VDH-Papiere, aber das ist Ihnen ja nicht so wichtig …denn sie ist ja trotzdem ein wunderbarer, toller Hund … und deshalb möchten Sie unbedingt einmal Welpen haben. „Die gehen doch weg wie warme Semmeln“ denken Sie!Die werden von der Mutter gesäugt, spielen süß miteinander und schwuppdiwupp sind die 8 Wochen rum und die Käufer stehen Schlange“ … das denken Sie?

Aber Sie wissen überhaupt nichts über die Eltern, Großeltern und Ur-Großeltern Ihrer Hündin, weil es keine Aufzeichnungen darüber gibt, wenn es kein VDH Hund ist.

Vielleicht hatte die Uroma gestromte Beine?
Vielleicht hatte der Uropa einen massiven Zahnfehler?
Vielleicht war die Oma überängstlich und scheu?
Vielleicht war der Opa sehr aggressiv und bissig?
Vielleicht hatte der Vater HD (eine vererbbar kranke Hüfte)?
Vielleicht hatte die Mutter eine endogene Augenkrankheit?

Nun lassen Sie Ihre Hündin von einem Rüden decken, dessen Vorfahren vielleicht auch etliche Krankheitsgene in sich tragen. (Weil ein VDH Hund Ihre Hündin nicht decken wird, müssen Sie einen ohne VDH-Papiere nehmen.) Können Sie sich nun vorstellen, was die Welpen für Krankheiten haben können?
Vielleicht bekommt Ihre Hündin „nur“ 8 Welpen und diese sind aber krank!. Die nehmen nicht gut zu, die sehen vielleicht gar nicht wie reinrassige Hunde aus … die sind scheu oder blind oder bekommen keine Zähnchen!

Da kauft Ihnen niemand einen von ab! Und wenn doch, dann haben Sie ständig die Leute auf der Matte stehen, die sich beschweren, Ihnen die Tierarzt-Kosten erstattet haben wollen oder den Hund gar zurückgeben möchten!

Dann sitzen Sie auf mehreren Welpen. die 4 – 5 x täglich fressen wollen, die jeder 3 – 4 x täglich kacken werden, unzählige Male pinkeln, kläffen, spielen, toben, alles Kaputtbeißen …haben Sie dafür Platz, Zeit und das Geld dafür?
(Es kann auch sein, dass zufälligerweise diese Welpen gesund sind – aber gehen Sie NIE davon aus!)

Aber was glauben Sie, was das alles kostet? Vielleicht gibt es Komplikationen, ein Kaiserschnitt ist nötig. Vielleicht stirbt die Hündin bei der Geburt, vielleicht bekommt sie eine Infektion? Vielleicht muss der Tierarzt alle 2 Tage kommen. Vielleicht bekommt der ganze Wurf eine Darminfektion? Vielleicht geht alles gut, aber was ist, wenn nicht? Selbst bei erfahrenen Züchtern gibt es schon mal komplizierte Würfe mit Kaiserschnitt und immens hohen Tierarzt-Kosten.

Eine trächtige Hündin braucht besonderes Futter, eine Wurfkiste, sie muss regelmäßig geimpft und entwurmt sein. Eine Geburt ist nicht immer schön anzusehen: Blut, Schleim, Fruchtwasser. Die Hündin hat tagelang Ausfluss, muss gut sauber gehalten werden. Die Wurfkiste muss groß und hoch genug sein, abwaschbar und manchmal musst du stündlich die Decken wechseln. Da kommt Wäsche zusammen wie bei einer Großfamilie. Manche Hündinnen sind ein wenig „blöd“, legen sich auf die Welpen oder treten drauf. Da musst du ständig da sein. Manche dicken Welpen drängen die Kleineren weg, da musst du die Kleinen an der besten Zitze anlegen, damit er in der Entwicklung nicht zurückbleibt.

Ab der 3. Woche fressen Welpen selber Futter. Das ist eine Riesensauerei wenn die mit ihren Pfötchen im Babybrei rummatschen. Die Welpen müssen regelmäßig entwurmt werden und mindestens 1 x von deinem TA geimpft werden. Wie weit wohnt dein Tierarzt weg … kann er im Notfall schnell kommen?

Wenn die Welpen 4- 5 Wochen alt sind: ja dann geht’s erst so richtig los. Du brauchst jede Menge Platz, abgetrennt oder eingezäunt, warm, trocken und sauber.
Du musst die Welpen sozialisieren, das heißt an alle Geräusche und Gegenstände des Alltags gewöhnen, sonst werden sie immer scheu und ängstlich bleiben!

Welpen aufziehen ist so viel Arbeit. 24 Stunden rund um die Uhr – und das für mindestens 8 Wochen!

Trauen Sie sich das zu? Haben Sie das Geld dafür? Haben Sie Zeit dafür?

Sie können Ihren Welpenkäufern nicht sagen, dass die Vorfahren der Welpen gesunde Hunde waren, da Sie ja keinerlei Gesundheitsnachweise haben.
Was machen Sie, wenn die Interessenten sagen: „Nö! So einen Vermehrerhund möchten wir nicht!“

Erkranken die Welpen an erblichen Krankheiten, müssen Sie dafür gerade stehen – finanziell natürlich! Du musst eine Menge Geld investieren und hast ein sehr hohes Risiko. Sollte man nicht die größtmögliche Verantwortung tragen, wenn man lebende Wesen in die Welt setzen (lassen) will ?

Wie würden Sie sich fühlen, wenn Ihr Wurf Welpen schwer krank wäre und die armen Tiere ihr kurzes Leben lang Schmerzen haben würden? Schau Sie Ihrer Hündin ins Gesicht und überlegen Sie gut was Sie vorhaben … oder hatten! Schauen Sie nun in den Spiegel und fragen sich: „Möchte ich verantwortlich sein für einiges MEHR an HUNDE-ELEND?

Und sagen Sie jetzt nicht: „Aber einmal im Leben Welpen ist doch gut!“ NEIN ist es NICHT … das ist ein festsitzendes Ammenmärchen in Köpfen, die nicht denken!

Quelle: http://www.grenzenlose-hundehilfe.de/nur-einmal-welpen-haben.htm

2014-11-17 13.04.14Neben den „Nur einen Wurf“ – Sympathisanten gibt es auch in Deutschland Hundebesitzer, die sich an den Würfen bereichern wollen. Diese Welpen werden auch günstig in Internetportalen angeboten und sind leider oft nicht so offensichtlich als falsche Wahl erkennbar. Besonders Moderassen wie Französische Bulldoggen, Labradore usw. sind hier heiß begehrt. Hier sind die Welpen und auch die Mutterhündin besonders gefährdet, denn leider können viele Privatpersonen nicht erahnen, was alles schiefgehen kann. Es wird wenig Wert auf die passende Vermittlung gelegt und manchmal ist nicht einmal das nötige Geld für tierärztliche Behandlungen da, wenn es zu einem Zwischenfall kommen sollte.
Auch Lana und Maila stammen aus so einer Vermehrung. Den Erfahrungsbericht findet ihr hier.

Die Seite „Das Leid der Vermehrerhunde e.V.“ möchte auf diese Missstände hinweisen und hilft auch aktiv dabei, arme Seelen aus so einer Situation herauszuholen, zu versorgen und neu zu vermitteln. Mehr Infos findet ihr auf http://leid-der-vermehrerhunde.de/

2qxxr13Einer ihrer Sorgenkinder ist der Labrador „Odin“. Auch er stammt aus schlechter Haltung und sucht ein neues zuhause mit viel Liebe.

Odin ist 5 Jahre alt, kastriert und ganz besonders verschmust und freundlich. Er genießt Hundekontakt sehr und ist auch sonst recht unkompliziert. Allerdings ist er bis jetzt noch etwas Futterneidisch, weshalb er nicht zu Familie mit Kindern vermittelt werden sollte.

Er sucht eine Familie (optional mit einem Garten), die viel mit ihm kuschelt und trainiert. Ihr wollt mehr zu Odin erfahren? Dann schaut hier: http://dldv.forumo.de/tiere-suchen-ein-zuhause-f18/odin-labrador-retriever-jahre-alt-t134.html 

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