Mein ganz persönlicher Albtraum

2015-10-29 16.30.23

Es gibt Momente im Leben, die ändern sich schlagartig und sind unvorhersehbar. Innerhalb von ein paar Sekunden läuft das gesamte Geschehen um einen herum wie in Zeitlupe ab und man wartet nur auf den Moment, an dem etwas schlimmes passiert. Heute konnten wir eine lebensbedrohliche Situation gerade noch so abwenden.

Nahezu jeder Hundehalter lässt seinen Vierbeiner irgendwo frei laufen, damit er spielen und sich auslasten kann. So selbstverständlich auch Lea und ich. Ein großes Feld in der Nähe von uns ist nahezu perfekt. Es ist an drei Seiten von Wald und weiteren Wiesen umgeben und oft sind wir die Einzigen dort.

So auch heute. Lea und ich liefen also quer über das Feld um dann etwa 100m von der einzigen Straße weit und breit entfernt abzubiegen und an einem kleinen Flusslauf zurück zu gehen. Gerade an der Stelle angekommen wo wir zurückgehen wollten, höre ich ein rascheln am anderen Ufer.

Nun passierte alles wie in Zeitlupe: noch bevor ich erkennen konnte, dass es sich um ein Reh handelte das auf der anderen Uferseite Richtung Straße rannte, lief Maila dicht gefolgt von Benji hinterher. Mein schreien nach Maila kam zu spät. Benji blieb nach etwa 50m auf dem Weg stehen, weil er den Sichtkontakt zum Reh verloren hatte und er unser rufen hörte. Maila rannte aber unbeirrt weiter. Wir standen wie angewurzelt da und warteten auf den Knall, den es geben könnte wenn Maila die viel befahrene Straße erreicht. Aber es blieb ruhig.

2015-10-23 10.46.06 (1)Lea schaltete schneller als ich. Sie rief Benji zu sich und nahm mir Lana ab, die ich mittlerweile irgendwie geschafft hatte anzuleinen. Ich rannte los und suchte meinen Hund. Für solche Unfälle wäre ich zwar versichert, aber das würde mir Maila auch nicht wiederbringen wenn sie überfahren worden wäre. Auf den letzten Metern vor der Straße traf ich einen Angler, der mir bestätigte dass Maila über die Straße gerannt war. Sekunden später sah ich sie weiter oben auf der Gegenspur herumlaufen, das Auto was noch etwa 5m von ihr entfernt war bremste stark und fuhr langsam an ihr vorbei. Per Handzeichen Dankte ich dem Fahrer, dass er vorsichtig gefahren war und für meinen Hund gebremst hatte.

Man sah Maila an, dass sie verwirrt war weil sie nicht mehr wusste, woher sie kam. Als sie gerade die Straße herauf um die Kurve weglaufen wollte, hörte sie mein Rufen und kam sofort auf den Gehweg zu mir. Man merkte ihr an, dass sie verstanden hatte dass sie in Gefahr war denn sie kam geduckt angelaufen, wenn auch schwanzwedelnd.

Nach diesem Schock musste ich kurz Inne halten. Ich umarmte sie und war einfach nur froh, dass niemand zu Schaden gekommen war.

Man denkt immer, so etwas passiert einem nicht weil man gut aufpasst. In Wirklichkeit jedoch kann aber selbst so eine vermeintlich sichere Situation sehr schnell zu so einem Worst-Case Szenario werden.
Das Feld war immer gut einsehbar so dass man Wild gut erkennen kann und der Abstand zur Straße weit genug. Wäre das Reh in die entgegengesetzte Richtung gelaufen, hätte nichts passieren können. Maila, Benji und Lana sind ohne Wildsichtung gut abrufbar und hätten nach einiger Zeit nicht geschafft, mitzuhalten.

Trotzdem hätte diese Verknüpfung der Umstände und eine Sekunde der Unachtsamkeit schlimm ausgehen können. Wir sind alle so erleichtert dass unserer kleinen Blitzbirne nichts passiert ist!

2014-04-12 10.38.00

3 Gedanken zu „Mein ganz persönlicher Albtraum

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