Alles über die Schleppleine

2015-03-08 13.01.09

Es gibt sie in vielen Farben, Längen und Materialien: Die Schleppleine. Doch wozu ist sie gut und wie handhabt man sie richtig? Diese Frage habe ich mir vor ein paar Monaten auch gestellt und möchte nun hier einmal zusammenfassen, worauf es ankommt.

Zuerst einmal verwendet man die Schleppleine gern bei Hunden, die den Rückruf noch nicht beherrschen. So können sie nicht abhanden kommen und man kann ihnen mit einer leichten Hilfe erklären, dass sie beim Kommando, z.b. „Hier her“, zum Besitzer kommen sollen. Auch anderes unerwünschtes Verhalten kann so schneller im Freilauf korrigiert werden.
Auch nutze ich die Schleppleine gern in der Brut- und Setzzeit sowie wenn eine meiner Hündinnen läufig ist. So können sie den Auslauf genießen und ich habe trotzdem alles im Griff. Doch nicht nur im Privatgebrauch ist die Schleppleine von Nutzen. Sowohl im Pet – und Mentrailing ist sie ein ständiger Begleiter als auch bei Rettungshunden. So ist es den Rettern möglich ihre Hunde zu führen, ohne sie in ihrer Arbeit zu behindern.

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Dank Schleppleine hat Maila auch in der Läufigkeit genug Freiraum um die Gegend zu erkunden

Sie sollten sich also zuallererst überlegen wozu Sie ihre Schleppleine benutzen wollen, um die richtige Länge zu bestimmen. Für das Rückruftraining eignen sich eher längere Schleppleinen ab 20m, um dem Hund nur etwas mehr Auslauf zu bieten etwas weniger. Ich habe in diesem Fall eine 8m lange Leine besorgt.
An dieser Stelle kann ich Schleppleinen aus Biothane empfehlen, denn diese saugen sich bei feuchtem Wetter nicht voll und sind besonders leicht zu reinigen.
Die Farbe ist eher Geschmackssache. Ich habe hier eine Leine genommen die sehr gut sichtbar ist, denn es kann immer mal Gefahrensituationen geben und so sehen außenstehende das Ende der Leine besser. Auch für Jäger (usw.) ist eine neongelbe Leine von weitem sichtbar und sie sehen, dass der Hund gesichert ist und nicht frei in der Gegend herum stromert.
Hier einige grundsätzliche Dinge, die ihr vor dem Gebrauch einer Schleppleine beachten solltet:

Die Schleppleine IMMER am Geschirr befestigen, niemals am Halsband! Diese Leinen sind dazu da, dass man herauftritt oder sie festhält, wenn der Hund beschleunigt. Ist sie nun am Halsband, Halti oder Stachler angebracht (Ja, das haben wir wirklich schon gesehen!), kann es schnell zu Verletzungen des Hundes oder sogar zum Genickbruch kommen. Ein Geschirr allerdings verteilt den Druck besser, wenn der Hund einmal in die Leine springt.
Halten Sie NIEMALS das Ende der Leine in der Hand! Wie eben erwähnt sollte die Schleppleine besonders bei großen Hunden nicht dauerhaft festgehalten werden. Sie sollte entweder locker durch die Hand laufen oder aber einfach auf dem Boden hinterherschleifen. Sie können durch Festhalten am Ende der Leine den Hund NICHT stoppen, wenn er mehrere Meter Anlauf nimmt! Schlimmsten falls kann es zu schlimmen Verspannungen oder gar Muskelfaserrissen kommen. Lea hat hier leider schon die Erfahrung machen müssen.
Nutzen Sie unabhängig vom Material nach Möglichkeit Handschuhe! Besonders am Anfang habe ich die Erfahrung gemacht, dass Stoffleinen schwer zu stoppen sind, wenn sie einmal durch die Hand laufen und man den Hund anhalten will. Hier kann es zu schweren Verbrennungen Ihrer Hände kommen, wenn Sie sich nicht ausreichend schützen!
– KEINE Spiele mit anderen Hunden an der Leine! Durch Verknotungen zwischen den einzelnen Hunden, wenn sich die Schleppleine um Körperteile wickelt, kann es zu Brüchen kommen, wenn der angeleinte Hund einen Sprung in eine andere Richtung macht.
Achten Sie darauf, wo das Ende der Schleppleine ist! Besonders die längeren Leinen erfordern hier Konzentration und sollten nicht an Straßen und Gehwegen verwendet werden, damit keine Unfälle entstehen. Hier sollte man die Leine aufnehmen, denn es kann schlimmes passieren, wenn der Hund schon die Straße überquert hat und die Leine aber noch über die Bordstein ragt. Viele Auto- und Radfahrer sind durch sie schnell irritiert.

Achtung! Die Schleppleine ist nicht für akute Angsthunde oder ehemalige Straßenhunde mit Hang zur Flucht geeignet! Diese sollte man anders sichern. Kommt es nämlich zum Entlaufen des Hundes mit Schleppleine, ist dieser in großer Gefahr, wenn er sich an einem entlegenen Ort verheddert oder selbst stranguliert. Wir kennen Fälle, in denen dies tödlich geendet ist.

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So kann man die Schleppleine aufnehmen um zB. sicher Straßen zu überqueren

Trainingsbeispiel
Lea hat mit ihrer Schleppleine geschafft, das Benji nicht mehr als einige Meter von ihrer Seite weicht, wenn sie im Freilauf mit ihm ist. Dazu wird die Leine wie in der Empfehlung benutzt und schleift locker hinter dem Hund her. Sobald jedoch das Ende der Schleppleine auf der Höhe ihrer Füße angekommen war, gab sie das Signal „Warte“. Hielt Benji nun nicht an, trat sie einfach auf das Ende der Leine, sodass er stehen bleiben musste. Mittlerweile setzt er sich sogar auf Kommando in dieser Entfernung auf das Kommando „Halt“. Die meisten Hunde verstehen diese Geste schnell und auch Maila brauchte nicht lange, um auf das Stopsignal sofort zu reagieren. Wie bei jeder Trainingseinheit üblich, sollte das richtige Ausführen des Hundes auch hier mit einem Lob markiert sein.

2 Gedanken zu „Alles über die Schleppleine

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