Warum Flexileinen nichts für Träumer sind

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Klein Lana (damals mit etwa 6 Monaten sogar tatsächlich noch klein) und Frauchen verließen an einem schönen Wintermorgen die Haustür. Wie oft in letzter Zeit, war sie an unserer brandneuen Flexileine. Schick sah sie aus! Ganz in rosa, wie es einer Prinzessin gebührt. Lana lief zwar auch da bereits an normalen Leinen gut, aber ich wünschte ihr einfach mehr Freiraum. Wenn sie schnuppern mochte, musste ich nicht stehen bleiben und sie hatte (meiner Meinung nach) eher das Gefühl, frei laufen zu können.
Ganz entspannt liefen wir unsere Straße entlang. Nachdem sie ihr morgendliches Häufchen gemacht hatte, beugte ich mich nun herunter um es einzusammeln. Ganz in Gedanken vertieft, was man mit einem freien Wintertag alles schönes anstellen könnte, stand ich also da. Was ich nicht bemerkte: In diesem Moment ging direkt hinter mir eine Haustür auf. Wie immer in solchen Momenten, verlief alles in Zeitlupe.. ich bemerkte, wie Lana zusammenzuckte, ihre 5m Flexi voll ausrollte und sich auf die vielbefahrene Hauptstraße stürzte. Ein Auto musste bremsen und warten, bis ich den Hund mittels Roll-Zieh-Technik wieder eingesammelt hatte. Dass es nicht geknallt hat, war hier wieder einmal nur Glück und gute Reaktionszeit des Autofahrers.

cropped-17128_970339406334225_1767786703502204969_n.jpgAn dieser Stelle würden mir alle Flexileinen-Gegner von ähnlich erschreckenden Erlebnissen erzählen. Von „Hund rennt um die Beine und hinterlässt mit der Leine Brandspuren“ bis „Hund wurde stranguliert“ ist hier alles dabei. Flexileinen sind böse und gehören an keinen Hund, auch nicht an kleine.

Allerdings gibt es hier einen Denkfehler.

Ich mache nicht die Flexileine für mein Erlebnis verantwortlich. ICH war es, die die Leine falsch bedient hat. Hätte ich vorher nachgedacht und die Feststelltaste gedrückt, wäre Lana in diesem Moment nicht weit gekommen und ich hätte sie wie an jeder anderen Leine festhalten können. Und selbst eine normale Leine hätte mir in diesem Moment aus der Hand rutschen können. Dann wäre Lana übrigens noch weiter abgehauen. Wäre das die Schuld der Leine? Ich denke nicht.
Es mag sein, dass man bei einer Flexileine mehr auf seine Umwelt achten und mitdenken muss, allerdings heißt das nicht dass man sie verteufeln sollte.

 

„Flexileinen sind nur so doof wie man selbst“

2015-06-04 10.14.27

Nimm doch lieber eine Schleppleine, die ist sicherer!
..schreien jetzt vermutlich viele. Sicher besitzen wir auch Schleppleinen, allerdings empfinde ich die Handhabe als ebenso gefährlich wenn man sich (wie ich) manchmal etwas dämlich anstellt.
Die meisten Schleppleinen sind mindestens 10m lang und besitzen so besonders viel Potenzial für Nutzer einen unfreiwilligen Krankenhausaufenthalt genießen zu dürfen. Die Wahrscheinlichkeit wird übrigens selbstverständlich größer, wenn man wie wir mehrere Hunde an der Schleppleine hat.
Achtet man nicht in jeder Sekunde auf seinen Hund, reißt er einem beim losrennen entweder die Leine aus der Hand und verschwindet, oder er nimmt die Schulter aus dem Gelenk gleich noch mit. Bei meinen Träumereien war ich an diesem Schmerz schon oft „erfreut“ und kann euch sagen, sicherer kommt mir das auch nicht vor. Wenn ich zurückdenke wie oft ich bereits beim drauftreten auf die Schleppleine einen Salto gemacht habe, komme ich mir schon etwas doof vor 😉

Was man daraus lernen kann: gucken und vor allem denken, nicht träumen! Ein Hilfsmittel ist immer nur so gut, wie die eigene handhabe.

Ein Gedanke zu „Warum Flexileinen nichts für Träumer sind

  1. Ich mag unsere Flexileine während der Brut- und Setzzeit, obwohl auch eine Schleppleine vorhanden ist. Aber am liebsten nehme ich doch die ganz normale Leine.

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