Der Gipfel unseres Problems

2016-08-14-15-58-03

Wie ihr sicher bemerkt habt, ist es in den letzten Wochen etwas still auf unserem Blog geworden. Und das hat tiefgreifende Gründe.
Ich sah mich einfach nicht in der Lage, etwas positives schreiben zu können. Grund dafür ist ein mehr als problematischer Vorfall vor einiger Zeit, der uns den Boden unter den Füßen weggerissen hat und mich immernoch psychisch sehr belastet. Derzeit stecke ich also in der tiefsten Krise, die ich mit Lana und Maila jemals durchstehen musste. Und weil wir nunmal gute wie auch schlechte Dinge aus dem Leben unserer Vierbeiner mit euch teilen wollen habe ich nun den Mut gefasst, etwas darüber zu schreiben. Ich Bitte euch, böse Kommentare zu unterlassen. Das Ganze belastet uns so schon stark genug.

2016-07-31-10-17-19Wie ihr sicher alle wisst, bin ich seit mehreren Wochen mit Lana und Maila ganz besonders stark im Training. Vorher war ich sehr viel mit ihren Krankheiten beschäftigt und habe bemerkt, dass ich gewisse erzieherische Dinge dadurch habe schleifen lassen. Mir war bewusst, dass es mit ihrer Leinenaggression so nicht weitergehen kann und das nicht nur uns, sondern auch andere gefährden kann. Bis dahin gab es jedoch nie wirklich ernstzunehmende Zwischenfälle. Zwar haben beide sich immer erstmal bei anderen Hunden aufgeregt, aber sich am Ende immer gut miteinander verstanden.
Wir haben also in den letzten Wochen schön trainiert und man konnte auch deutliche Fortschritte erkennen. Ich war überzeugt davon, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Aber wie es so oft im Leben ist, kommt alles anders als man denkt.

Ich ging mit beiden Hunden unsere Straße entlang. Normalerweise gehe ich hier ungern lang weil ich nicht sehe ob jemand aus den Hauseingängen kommt, aber an diesem Tag wollte ich eine Ausnahme machen. Immerhin müssen wir ja theoretisch überall in unserer Umgebung üben. Und genau das war eine sehr schlechte Entscheidung.
Direkt neben uns kam der Rüde einer Nachbarin nicht angeleint aus dem Hauseingang über den Gehweg geschossen, ich hatte nichtmal eine Sekunde Zeit um auszuweichen, wie ich es sonst beim Training tue. Lana und Maila sprangen los, ich stolperte und ließ beide Leinen los. Zum Glück konnte ich die zwei schnell wieder einsammeln und sie haben sich beruhigt. Trotzdem: Lana hat den Ärmsten (der sich nichtmal gewehrt hat) wohl an der Pfote erwischt.

Ich hatte unheimliches Glück, dass die Besitzerin das Ganze so gelassen sah und ruhig blieb. Zuerst sah alles nicht so schlimm aus, und nach einer Entschuldigung setzten wir alle mehr als nur aufgewühlt unsere Runde fort. Später wurde dann klar, dass sie zum Tierarzt gehen muss.
Für mich war das Ganze der blanke Horror und derart traumatisch, dass ich mich später nur unter Tränen bei ihr entschuldigen konnte. Natürlich habe ich mich darum gekümmert dass meine Versicherung die Arztkosten übernimmt, aber das sollte selbstverständlich sein und macht das Ganze in meinen Augen nicht wirklich besser.
2016-06-13 13.18.06Schlaflose Nächte waren die Folge, in denen sich meine Gedanken nur noch im Kreis drehten. Der Vorfall hat mir nicht nur den Tag versaut, sondern mindestens den ganzen Monat. Die Besitzerin sah das Ganze nicht so eng wie ich und tröstete mich sogar. Es seien eben Hunde, und dass sich mal nicht alle verstehen und etwas passieren kann, sei ganz normal.
Natürlich war diese Situation objektiv von beiden Seiten provoziert, aber aus meiner Sicht entschuldigt das garnichts. So etwas darf nicht passieren. Und spätestens an diesem Punkt war mir klar, dass ich das alleine nicht mehr schaffen kann. Es ist schwer, sich das einzugestehen.

Seitdem ist es mein persönlicher Horror, mit beiden Hunden gleichzeitig rausgehen zu müssen. Ich habe einfach zu viel Angst davor, wieder auf einen freilaufenden Hund zu treffen oder an einer Hausecke überrascht zu werden.
Derzeit üben wir deshalb sehr viel im Einzeltraining, denn wenn man sich selbst nicht ruhig und sicher fühlt kann man das Training gleich vergessen. Immerhin soll ich ja Selbstbewusstsein und Ruhe ausstrahlen, und das geht so nicht.
Genau durch diese Unsicherheit stelle ich jetzt natürlich auch mein gesamtes Training und meine Regeln in Frage. Ein guter Trainer, der unsere Übungsschritte begleiten wird und während der langen Trainingszeit ein Auge auf uns werfen kann ist für mich unabdingbar. Ich hoffe, dass das der richtige Weg ist und ich so eine Situation nie wieder erleben muss. Natürlich werde ich euch auf dem Laufenden halten.

2 Gedanken zu „Der Gipfel unseres Problems

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