Der Verlust eines Auges – Enukleation

13010631_1136552653050939_7254165241408929558_n

Im Februar 2016 hatte Benji einen schlimmen Unfall. Was genau passiert ist, das bleibt privat (rechtliche Gründe). Dennoch möchte ich nun über den Krankheitsverlauf, die OP und das Leben mit nur einem Auge berichten.

Der 25.2.2016 war der Tag an dem das Drama begann. Die Verletzung war sehr schnell ersichtlich: das linke Auge war geschwollen und es floss etwas Blut aus dem Auge. Ohne zu zögern sind wir, in Begleitung eines engen Freundes, mit Benji in die nächste Tierklinik gefahren. Neben der offensichtlichen Verletzung kamen nun Kreislaufprobleme dazu. Ich saß mit ihm hinten im Auto (ein Bus) und er hatte Probleme sich aufrecht zu halten, hinlegen wollte er sich aber auch nicht.

In der Klinik angekommen mussten wir wie gewöhnlich warten. Benji lag erschöpft unter meinem Stuhl. Wir alle waren ziemlich aufgelöst und hofften das Beste.

Als wir dran kamen wurde zunächst eine allgemeine Untersuchung gemacht und ein Tropf angehangen. Dann ging es ans Auge – durch die Schwellung war mittlerweile fast das komplette Auge zugeschwollen. Trotzdem schaffte es die Ärztin ihm etwas Kontrastmittel aufs Auge zu geben und brachte eine Verletzung der Hornhaut zu Tage. Er bekam etwas Gel darauf zur Heilungsunterstützung und ein starkes Schmerzmittel – ich ahnte da noch nicht das uns dieses (Metacam) noch weitere 4 Wochen begleiten wird.

Als der Tropf durch war konnten wir wieder nach Hause, samt Augengel, Augentropfen und Metacam.

2016-02-26 08.25.29

Die nächsten 4 Wochen waren von Arztbesuchen stark geprägt. Sowohl unser Tierarzt, als auch die Augenärztin der Uniklinik  gaben sich alle Mühe neue Erkenntnisse aufzutun. Das Auge war jedoch so stark geschwollen das keine weiteren Untersuchungen etwas erbrachten – bis zum 21.3.2016.

Wir hatten wieder einen Termin in der Kleintierklinik. Die Schwellung war gut abgeklungen. Nun wurde wieder das Auge durchleuchtet und es kam heraus was wir alle irgendwie geahnt haben – das Auge war nicht mehr zu retten. Die Linse nicht mehr existent und der Körper begann bereits das Auge abzustoßen – der Augeninnendruck lag bei 43. Dieser liegt normalerweise zwischen 8 und 20 mmHg. Die Ärztin legte mir nahe, das nun schnell gehandelt werden müsse – besonders weil Ostern vor der Tür stand. So schrieb sie Benji umgehend auf die OP-Liste für den nächsten Tag. Um 8 Uhr mussten wir dort sein. Es war unheimlich schwer, aber ich wusste das es der einzige Weg war.

Ich muss zugeben, als ich im Auto saß brach es aus mir heraus. Die letzten 4 Wochen raubten mir und auch allen anderen so viel Kraft. Ich saß da und heulte, rief Lisa und auch meinen besten Freund an. Auch wenn es nun ein Ende für die Odysee gab, so war dieser Weg so unglaublich schwer.

Am nächsten Morgen holte uns mein Vater ab, ich selbst konnte nicht fahren. Der Schock saß noch zu tief und alleine sein konnte ich auch nicht in dieser Situation. Und so brachten wir Benji in die Klinik und mein Vater verbrachte den restlichen Tag mit mir um mich etwas abzulenken.

Am nächsten Tag holte ich ihn ab. Er freute sich riesig und riss mit seinem Trichter das halbe Wartezimmer auseinander als er mich vor lauter Freude sah. Seine überschwängliche Freude ließ mich schließlich ein Tränchen wegdrücken als er so vor mir stand. Die OP verlief sehr gut und auch die Kontrollnacht war ohne Komplikationen verlaufen.

2016-03-23 14.31.55

Es war also vorbei – die Zeit der Schmerzen und des Leids für Benji war vorbei. Es war sehr erleichternd und dennoch schlimm und traurig zu gleich.

Die Nachsorge verlief relativ problemlos. Als der Bluterguss in der leeren Augenhöhle platzte (er hatte es geschafft sich trotz Trichter an der Couchecke zu schubbern), blutete er aus der Nase – ein Schockmoment. Unser Tierarzt nahm uns sofort dran als wir ankamen und konnte schnell Entwarnung geben.

Nach 14 Tagen konnten die Fäden gezogen werden. Benji war wieder der Alte – zumindest körperlich. Seine Psyche hat das ganze jedoch nicht so leicht genommen. Dazu aber an anderer Stelle mehr.

Benji hat sich damit arrangiert. Wir können wieder Fahrrad fahren, schwimmen und alles was ein Hund eben gerne so macht. Wenn ich merke er läuft gleich irgendwo gegen, dann ermahne ich ihn kurz und er kann gut reagieren.

Dieser Post ist schon lange überfällig. Das weiß ich. Aber die Überwindung sich wieder damit auseinanderzusetzen war sehr hoch. Wenn ihr Fragen habt dann stellt sie mir gerne hier in den Kommentaren und auch gerne bei Facebook.

2016-03-25 15.25.32

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


*