Neue Beitragsreihe: A Dog`s Passion

Schon seit Jahrtausenden werden Tiere, die eng mit uns Menschen zusammenleben auf einen bestimmten Nutzen hin gezüchtet. Auch wenn wir das manchmal vergessen: das ist auch bei unseren Haushunden so. Nicht nur die Optik unserer Vierbeiner ist von Rasse zu Rasse verschieden, auch ihre ursprünglichen Verwendungen sind vielfältiger, als man es vielleicht von außen erahnt.

Durch die gezielte Züchtung haben sich absolute Spezialisten in der Hundewelt entwickelt, die ihre ursprünglichen Aufgaben perfekt erledigen können. Anatomie und Charakter des Vierbeiners sind optimal darauf angepasst. Viele Hunde leben nur für ihren „Job“ und blühen regelrecht auf, wenn man ihnen eine rassegerechte Auslastung bietet. Für manche Rassen ist es nahezu unmöglich oder nicht ratsam ein Leben zu führen, in dem sie ihrem genetischen Vermächtnis nicht nachgehen können. Auch Problemverhalten des einzelnen Tieres kann mit einer passenden Aufgabe für den Vierbeiner vermindert werden. Und, sind wir mal ehrlich: was gibt es Schöneres als seinen Hund dabei zu beobachten, wie er absolut passioniert dem nachgeht, wofür er geschaffen wurde? Jeder, der mal den Hüteblick eines Bordercollies beobachtet hat oder einen Windhund, der nur für den Moment bei der Hetzjagd lebt, wird verstehen was ich meine.

In den folgenden Wochen wird es hier also um rassegerechte und ursprüngliche Auslastung der verschiedenen Hundetypen weiter unten gehen. Das Ganze wird wohl die umfangreichste Blogreihe die es hier jemals gab, denn ich führe für die bekanntesten „Jobs“ bei unseren Vierbeinern jeweils separate Interviews mit Hundekennern aus der jeweiligen Szene durch. Wer kann uns besser die verschiedenen Facetten erklären als die Besitzer von eben solchen absoluten Spezialisten. Spannend, oder? Auch um die Frage, wieviel ursprüngliche Auslastung denn je nach Hundetyp heute noch möglich und vor allem nötig ist, wird es gehen. Aber werfen wir erst einmal einen genauen Blick auf unsere Vierbeiner.

Unsere Haushunde sind je nach Nutzung in verschiedene Hundetypen einzugrenzen. Hier einmal die bekanntesten Gruppen, um die es in unseren Interviews gehen soll:

Es gibt Jagdhunde, die dafür leben draußen Spuren nachzugehen und genetisch einen hohen Jagdinstinkt mitbringen. Hierzu gehört beispielsweise der derzeit immer beliebter werdende Magyar Viszla, der Weimaraner und hochspezialisierte Rassen wie der Deutsch Drahthaar oder sogar der Dackel, der speziell für die Baujagd gezüchtet wurde. Wir werden das Thema „Jagdhund“ genauer beleuchten und auf was es dabei ankommt.
Auch der heute eher als „Familienhund“ bekannte Labrador Retriever und andere Retriever-Brüder zählen zu den Jagdhunden, jedoch sind sie ein eigener Schlag Hund. Diese Rassen sind für das Aufstöbern und Bringen der bereits geschossenen Beute gezüchtet worden und auch ohne direkte Jagd wunderbar mit Dummytraining rassegerecht glücklich zu machen. Auch hierzu wird es einen eigenen Beitrag geben.

Windhunde sind eine ganz andere Rassekategorie, jedoch den Jagdhunden am ähnlichsten. Sie wirken absolut anmutig in ihren Bewegungen, sind sehr schlank und enorm schnell. Sie können je nach Rasse über 70 Km/h erreichen! Auch sie sind sehr spezialisiert auf ihr Einsatzgebiet und bringen in den meisten Fällen einen gehörigen Jagdtrieb mit. Dafür sind sie oftmals im Haus sehr verschmust und an der Leine eher ruhigere Vertreter. Die liebe Monika wird uns ihre Passion dem Rennsport gegenüber etwas näher bringen.

Es gibt Hütehunde, die darauf spezialisiert sind, Herden zusammenzuhalten und diese gemeinsam mit dem Hundeführer zu lenken. Diese Rassen sind hochintelligent, außerordentlich schnell in ihren Reaktionen und haben eine enorme Ausdauer. Sie sorgen dafür, dass der Schäfer seine Herde beherrschen kann, ohne dass er viel dafür tun muss. Nur durch verschiedene Töne oder Signale wissen ausgebildete Hütehunde, in welche Richtung sie eine Schafherde treiben sollen. Es gibt sogar Wettbewerbe im hüten! In den richtigen Händen sind Border Collie, Australian Shepherd, Kelpie und Co. absolute Allrounder. Die liebe Tanja arbeitet mit ihren Border Collies an Schaf und Rind und wird uns in diese spannende Welt mitnehmen.

Auch wenn sie sich ähnlich anhören, sind Herdenschutzhunde noch einmal eine ganz andere Rubrik Hund! Sie treiben nicht wie die Hütehunde ihre Herde in verschiedene Richtungen, sondern sind die „Security“ der Schafe oder Ziegen. Selbstständig verteidigen sie diese gegen Wölfe und (in anderen Ländern) auch gegen Bären oder Pumas! Hierzu wird uns Michaela mit ihrer Herdenschutzhund-Familie bald mehr erzählen.

Auch wenn Gebrauchshunde keine direkte Kategorie sind, wollen wir sie uns ebenso einmal genauer ansehen. Rottweiler, Riesenschnauzer, Boxer und andere Vertreter, die für die Arbeit und absoluten Gehorsam gezüchtet wurden, würden ihr Leben für Herrchen oder Frauchen geben. Mit ihnen ist man immer auf der sicheren Seite.. Oft sind diese Rassen sehr vielfältig in ihrem früheren Gebrauch gewesen. Auch wenn Schäferhunde ursprünglich eher zu den Hütehunden zählten, bringen diese als Gebrauchshunderasse ebenfalls eine gewisse Griffigkeit mit. Seit Jahrzehnten dienen sie als Schutzhunde und wurden sogar bereits im Krieg eingesetzt. Noch heute sind sie bei Polizei, Zoll und Rettungshundestaffeln sehr beliebt. Um die Klasse der Schäferhunde genauer kennenzulernen, werden wir zusammen mit Antje einen Blick in den IGP-Sport werfen.

Zu guter Letzt gibt es noch die Schlittenhunde, die ebenso wie die Hütehunde mit einer enormen Ausdauer ausgestattet sind. Diese Hunde sind darauf gezüchtet worden, auch lange Strecken zu überwinden und oftmals sehr eigenständig zu handeln. Ihnen macht die Kälte garnichts aus. Sie sind sehr „urtümlich“ in ihrem Verhalten, was durchaus seinen Reiz haben kann, wenn man Leistung statt Gehorsam bevorzugt. Für einen Einblick in den Schlittenhundesport wird uns Nina ein paar Fragen beantworten.

Auf all diese Rubriken werden wir in den kommenden Wochen nach und nach einen Blick werfen. Nächste Woche geht es los. Es bleibt also spannend! Freut Euch auf viele unheimlich unterschiedliche Vierbeiner und ihre Jobs.