Aufgedrehter Hund – na und? (2)

2016-02-25 12.58.07

Im ersten Teil unseres Beitrags „Aufgedrehter Hund- na und?“ habe ich einige Verhaltensweisen aufgezählt, die Euren Hund dazu bringen, herunterzufahren. Da Theorie und Praxis ja bekanntlich etwas anderes ist, soll es jetzt im zweiten Teil darum gehen, wie man diese Dinge ganz leicht anwenden kann.

Zurück also zu Balkaa. Sie ist wahnsinnig gerne draußen und zeigt das schon in dem Moment, wo man auch nur in Richtung ihrer Leine schaut. Will man sie anleinen, springt sie hoch, fiebt, bellt und lässt sich kaum bändigen. Kaum ist die Tür auch nur einen Spalt geöffnet, drängelt sie sich nach draußen. Sie kann es einfach nicht erwarten spielen und schnuppern zu dürfen.
Innerhalb weniger Tage konnte sie jedoch lernen, dieses Verhalten fast vollständig abzulegen wenn wir allein unterwegs sind. Es ist nur eine Geduldsprobe und eine Frage der Zeit. Ich bin kein Trainer, möchte jedoch hier einmal MEINE Verhaltensweisen aufschreiben, denn diese haben sehr schnell Früchte getragen.

  1. 20150902_132600Balkaa und ich stehen im Flur. Ich bringe sie mit ruhiger Stimme ins Sitz und gehe Richtung Leine. Bei jedem Aufspringen ihrerseits bringe ich sie wieder ins Sitz und beginne von vorn mich der Leine zu nähern. Bei harten Fällen kann das einige Minuten dauern.
  2. Habe ich nun die Leine, nehme ich sie (langsam!) und nähere mich dem Hund. Springt sie auf oder jault, lege ich sie wieder weg, bringe den Hund in die Sitzposition und beginne erneut.
  3. Habe ich Balkaa dann irgendwann angeleint, sorge ich dafür dass sie im Sitz bleibt während ich langsam die Tür öffne (spätestens jetzt wird ein überaktiver Hund aufspringen und losrennen wollen). Tut er das blockiere ich ihn mit meinem Körper sodass er nicht zur Tür kommt und bringe ihn wieder ins Sitz. Langsam öffne ich die Tür, während der Hund sitzt.
  4. Am Besten ist es nun, einige Minuten mit geöffneter Tür stehen zu bleiben um sicher zu gehen, dass der Hund nicht überdreht.
  5. Danach gehe ich mit dem Hund langsam Richtung Tür. Will Balkaa an mir vorbei, blockiere ich sie wiederum mit meinem Bein. So taste ich mich langsam vor, bis wir draußen angekommen sind.

Während des gesamten Vorgangs des Anleinens und Haus verlassens habe ich übrigens nur ein Kommando gegeben, „Sitz“. Ich habe nicht auf sie eingeredet oder auch nur „Nein“ gesagt. Sie hat von selbst verstanden, dass sie mit einem ruhigen Verhalten schneller draußen ankommt. Somit verkürzt sich bei regelmäßiger Anwendung natürlich auch die zeit, die ich investieren muss.
20151018_130333Genau die gleiche Methode wende ich bei ihr an der Leine an. Da sie gerne schnell geht und viel schnuppert, kommt sie bei mir an die Flexileine. Ich laufe langsam und bedacht. Zeit nehme ich mir genug. Es spielt keine Rolle, ob unsere kleine Runde nun 20 oder 25 Minuten dauert. Ist die Flexileine durch ihr Ziehen komplett ausgefahren, bleibe ich stehen. In diesem Moment schaut Balkaa erst einmal, warum ich stehen bleibe. Die meisten Hunde kommen dann vermutlich irgendwann ohne Hilfe zu Herrchen/Frauchen. Andere kann man mit dem Rückruf animieren. Ist Balkaa wieder bei mir angekommen, gehe ich entspannt weiter.
Dieses Verhalten des Leine komplett Ausziehens zeigt sie pro Spaziergang maximal 10 mal. Je öfter das passiert, desto mehr orientiert sie sich an dem von mir vorgegebenen Radius und hört auf, an der Leine zu zerren.

An diesen Trainingsmethoden sieht man deutlich, die im ersten Beitrag genannten Punkte elementar wichtig sind, um einen Hund zu beruhigen. Diese lassen sich in jede Situaton einbauen und bewirken verhältnismäßig schnell eine große Veränderung die nicht nur Halter, sondern auch Hund gut tut.

 

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