Aufgedrehter Hund – na und? (1)

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Als Besitzer bestimmter Rassen hat man meist große Probleme, die Lebensfreude und Aktivität des eigenen Hundes zu kontrollieren. Es wird zum Kraftakt, den Hund zu bändigen.

2016-02-25 12.58.07Wie schon des öfteren erwähnt, wurden viele Hunderassen (z.B. Jagdhunderassen die Deutsch Drahthaar oder Hütehundrassen wie Australien Shepherd und Border Collie) zum Arbeiten gezüchtet. Ihnen liegt es im Blut, den ganzen Tag einsatzbereit und aktiv zu sein. Der Mensch hat sich dieses Verhalten seit Jahrhunderten zu Nutze gemacht. Diese Rassen zeigen meist keine Erschöpfung und sind extrem arbeitsfreudig und intelligent.
Allerdings werden Hunde heutzutage immer weniger als Arbeitstiere gehalten. Sie werden zu 90% in Familien gehalten, was unter falscher Führung und Auslastung problematisch und völlig deprimierend für Hund und Halter sein kann.
Die meisten Besitzer versuchen nun zwangsweise, ihren Hund körperlich bis zur Erschöpfung zu bringen und hoffen, ihre Quirligkeit somit etwas auszubremsen. Doch das funktioniert nicht.

Auch Balkaa ist vermutlich ein Border-Collie Mix und äußerst aktiv. Man kann mit ihr den ganzen Tag auf Tour sein. Zuhause angekommen, legt sie sich vielleicht 30 Minuten zum schlafen hin. Danach ist sie genauso aufgekratzt wie vorher. Sie ist ein Paradebeispiel dafür, wie man mit sehr aktiven Hunden umgehen sollte. Hier möchte ich einmal einige Punkte zusammenfassen, die auch aktive Hunde etwas ausbremsen und händelbarer machen.

  • Pausen sind ein Muss
    Sobald ihr einen Welpen bekommt, sollte dieser lernen Ruhephasen einzuhalten und zu nutzen. Aktive Rassen sind dafür bekannt, das Maß ihrer eigenen Erschöpfung nicht zu spüren. Es sollte deshalb bei Welpen auf genügend Schlaf geachtet werden. Notfalls muss dieser eben „verordnet“ und konsequent durchgesetzt werden. Ein Welpe der gelernt hat, dass auch mal Schluss ist, wird definitiv leichter zu händeln sein. Zur Erinnerung: unsere Vierbeiner brauchen etwa 18 Stunden Schlaf am Tag!
  • Innere Ruhe
    Viele Hundehalter lassen sich von ihrem Hund anstecken. Sie werden nervös, reißen an der Leine herum und schimpfen. Genau das ist kontraproduktiv. Wut heizt die Unsicherheit und Unausgeglichenheit eures Hundes immer mehr an. Ihr solltet nach Möglichkeit einen Gang herunterfahren und die Unruhe eures Hundes ausgleichen. Allein diese andere Haltung kann schon Wunder bewirken! Bedenkt immer: Euer Hund benimmt sich nicht so, um euch zu ärgern. Es liegt an euch, ihm die Tür zu einem anderen Verhalten zu öffnen und ihm seinen inneren Stress zu nehmen.
  • Geduld und Konsequenz
    Dieser Punkt ist einer der wichtigsten in der Arbeit mit quirligen Hunden. Ihr wollt schnell los? Habt es eilig? Das ist schon der erste Fehler. Nehmt euch Zeit, mit eurem Hund geduldig zu üben und setzt euch konsequent aber liebevoll durch. Euer Vierbeiner wird das schnell verstehen!
  • Pushen verboten!
    Besonders wichtig ist auch, dass ihr euren Hund nicht noch aufgedrehter macht, als er es eh schon ist. Übermäßiges reden und viel körperliche Auslastung verstärken das Problem meist nur. Selbst meine Hunde (die nun wirklich recht entspannt sind) reagieren auf viele Kommandos und übermäßiges pushen gestresst. Ist der Vierbeiner eh schon aufgeregt weil es rausgeht, muss man ihn nicht noch aufgeregter machen, in dem man ihn immer wieder fragt „Gehen wir jetzt Gassi? ja?“
    Wie schon erwähnt sollte auch die körperliche Auslastung begrenzt werden. Ich gehe beispielsweise nur alle 2 Tage eine riesengroße Spielrunde bei denen Lana und Maila rennen können. Aber wie soll man seinen Hund ohne z.B. Ballspiele auslasten?
  • angebrachte Auslastung
    Hier greift eine angebrachte Auslastung. Die meisten Hundehalter vergessen vor lauter körperlicher Beschäftigung die geistigen Fähigkeiten ihres Tieres. So schleichen sich leicht Macken und Verhaltensstörungen ein. Alle diese Hunderassen wollen arbeiten – aber nicht nur körperlich! Sie sind unheimlich intelligent und deshalb für Kopfarbeit wie geschaffen. Hier findet ihr passende Übungen für euch und euren Vierbeiner. Es ist bewiesen, dass Kopfarbeit viel anstrengender sein kann, als nur ein Ballspiel.titel

Im zweiten Teil erkläre ich, wie genau man diese Punkte anwenden kann. Es bleibt also spannend!

Lest auch: Von Über- und Unterforderung. Wie wichtig Schlaf für unsere Vierbeiner ist

 

2 Gedanken zu „Aufgedrehter Hund – na und? (1)

  1. Schöner Beitrag, dem ich voll und ganz zustimmen kann. Unser Timmy ist auch so ein Kandidat, der 5 Stunden laufen kann und nicht wirklich müde ist. Lauf ich 2 Stunden mit ihm und mache dabei verschiedene Übungen fürs Köpfchen ist er platt. Mittlerweile haben wir da ein gutes Maß an Auslastung und Ruhe gefunden 🙂

    Liebe Grüße von uns.

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